(BIAJ) Ein bis Ende Oktober 2026 aktualisierter kurzer Blick auf die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Finanzierungssaldos (Einnahmen minus Ausgaben) seit 2005 (siehe BIAJ-Abbildung 1 von 3) - mit einem besonderen Blick auf die Haushaltsjahre 2023 bis 2025 und die ersten zehn Monate 2026 (siehe BIAJ-Abbildungen 2 und 3 von 3). (siehe unten oder Download_BIAJ20261104 – PDF: drei Seiten)

In den letzten 12 Monaten von November 2025 bis Oktober 2026 standen den Einnahmen in Höhe von 48,979 Milliarden Euro - darunter Beiträge zur Arbeitsförderung (Beiträge zur Arbeitslosenversicherung) in Höhe von 40,975 Milliarden Euro - Ausgaben in Höhe von 56,522 Milliarden Euro gegenüber - darunter 29,940 Milliarden Euro für das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld. Aus den Einnahmen und Ausgaben insgesamt ergibt sich für die 12 Monate von November 2025 bis September 2026 ein negativer Finanzierungssaldo in Höhe von 7,543 Milliarden Euro.

Von Januar bis Oktober 2026 – wurden von der Bundesagentur für Arbeit 7,723 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Von Januar bis Oktober des Vorjahres (2025) betrug dieser negative Finanzierungssaldo 4,417 Milliarden Euro – im Haushaltsjahr 2025 dann insgesamt 4,232 Milliarden Euro – weniger als die 4,417 Milliarden Euro in den ersten zehn Monaten, aufgrund überdurchschnittlicher Beitragseinnahmen aus Jahressonderzahlungen zum Jahresende, i.d.R. im November. (siehe BIAJ-Abbildung 2 von 3)

Im Haushalt 2026 der Bundesagentur für Arbeit ist ein negativer Finanzierungssaldo in Höhe von 3,374 Milliarden Euro veranschlagt, der einschließlich von geplanten Zuführungen an die umlagefinanzierten Rücklagen in Höhe von 597 Millionen Euro zu einer erwarteten Finanzierungslücke in Höhe von 3,971 Milliarden Euro führen würde. Im Bundeshaushalt 2026 ist zur Deckung dieser Lücke ein „Überjähriges Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit“ veranschlagt. (Haushaltsstelle 1101/656 22 – Soll: 3,971 Milliarden Euro) Die Abrechnungsergebnisse bis Oktoberber 2026 zeigen, dass die Bundesagentur für Arbeit zum Abschluss des Haushaltsjahres 2026 ein wesentlich höheres Darlehen zum Haushaltsausgleich benötigen wird als die im Bundeshaushalt 2026 veranschlagten 3,971 Milliarden Euro – geschätzte etwa acht bis neun Milliarden Euro.

Im Regierungsentwurf des Bundeshaushalt 2027 sind für „Überjähriges Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit“ 5,200 Milliarden Euro veranschlagt – nach einem Ist 2025 in Höhe von 1,437 Milliarden Euro und dem genannten Soll 2026 in Höhe von 3,971 Milliarden Euro. (Drucksache 21/7300 vom 14.08.2026). n

2026 11 04 ba haushalt einnahmen ausgaben finanzierungssaldo 2005 102026 biaj abb 1 von 3

2026 11 04 ba finanzierungssaldo jfw 2023 102026 biaj abb 2 von 3

2026 11 04 ba finanzierungssalden 012023 102026 biaj abb 3 von 3

 Weitere BIAJ-Informationen zum Thema Finanzierung SGB III siehe hier.